Menzo sang und klanglos untergegangen

Meisterschaft 2. Liga, FC Menzo Reinach – FC Windisch 2:6 (0:4)


Ausgerechnet in einer Phase eines Aufwärtstrends mussten sich die Reinacher von einem in Reichweite liegenden Gegner brutal bodigen lassen. Menzo versagte kollektiv auf allen Linien.


- hhe – Das dürfte für die Reinacher ein Warnschuss gewesen sein. Auf solche Gelegenheiten warten die Kontrahenten wie schlaue Füchse. Von all den positiven Tugenden, wie Einsatz, Zweikampfbereitschaft, Spielfreudigkeit und Kreativität war in Oryachkovs Mannschaft diesmal nichts zu sehen. Dabei darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass Windisch äusserst effektiv und von Beginn weg sehr entschlossen agierte. Dem Team von Angelo Ponte kam zweifellos entgegen, dass es mit zwei Chancen nach einer Viertelstunde auch gleich 0:2 hiess. Dieser Vorsprung muss den «Roten» Flügel verleiht haben, während die Verunsicherung bei den Einheimischen stieg. Zeitweise schien es, als hätten die Gäste einige Spieler mehr auf dem Feld, denn mindestens ein Windischer stand immer frei. Gleichzeitig lief es aber auch in den Vorderreihen Menzos überhaupt nicht. Diese Konstellation liess schon bei Halbzeit, als es bereits 0:4 stand, erahnen, dass an diesem schönen Herbstabend nichts mehr zu holen war. Die beiden zwar absolut sehenswerten Gashi-Tore kurz nach dem Seitenwechsel waren demnach nicht mehr als Resultatkosmetik und brachten die Aaretaler nicht wirklich in Gefahr. Mit zwei weiteren Treffern krönten die Auswärtigen ihren höchsten Saisonerfolg. Menzo Trainer Nikolay Oryachkov räumte ein, dass es (leider) solche Spiele geben könne und ergänzte: «Immerhin haben meine Jungs in der zweiten Halbzeit eine Reaktion gezeigt».


Tore am Laufmeter

Schon das 0:1 war auf eine Unaufmerksamkeit der einheimischen Verteidigung zurückzuführen. Bektas setzte sich rechts durch und flankte präzis auf den freistehenden Alacam, der flach und unhaltbar einschoss (11.’). Nur wenige Zeigerumdrehungen danach spielten sich die Windischer im Menzo-Strafraum problemlos durch und wiederum war es Alacam der das 0:2 markierte. Immerhin reagierte Menzo darauf, doch mehr als zwei eher schlecht getretene direkte Freistösse aus gut 20 Metern gelangen ihnen nicht. Besser machten es die Gäste. Als Folge eines Freistosses, war es diesmal Angelov, der dem nicht zu beneidenden Neziri keine Chance liess – 0:3. Und noch vor der Pause fiel das wohl vorentscheidende 0:4. Die technisch gut beschlagenen Gäste-Forwards schoben sich in aller Ruhe den Ball zu bis Angelov endgültig erfolgreich abschliessen konnte.

Kurzes Aufbäumen Menzos

Oryachkov muss in der Pause mehr von seinem Team gefordert haben. Tatsächlich sah es kurzzeitig sogar nach einer Aufholjagd aus. Vorerst war es der steil angespielte Gashi, der mit einem herrlichen Lob Captain und Tormann Hamdiu überlistete (51.’). Und nur drei Minuten danach enteilte Gashi gleich nochmals und schlenzte unwiderstehlich ein. Das Aufflackern der Reinacher hielt sich allerdings in zeitlichen Grenzen. Als Mittelstürmer Angelov in der 69. Minute seinen Hattrick mit einem Konter sicherte, war das Schicksal der Reinacher endgültig besiegelt. Sekunden nach seiner Einwechslung buchte Velic gar noch das 2:6.


Jetzt gegen Mitaufsteiger Küttigen

Übermorgen Samstag setzt der FC Menzo Reinach seinen Meisterschaftsbetrieb mit dem Heimspiel gegen den FC Küttigen fort. Zwar harrt die Bürgisser-Elf weiterhin auf einem Abstiegsplatz, doch Menzo muss vorerst den Schock der Kanterniederlage verdauen. Anpfiff auf der Menziker Fluckmatt um 18.00 Uhr.


FC Menzo Reinach – FC Windisch 2:6 (0:4). Fluckmatt, Menziken. Schiedsrichter J. Plüss. 150 Zuschauer. Tore: 11. Alacam 0:1, 14. Alacam 0:2, 36. Angelov 0:3, 41. Angelov 0:4, 51. Gashi 1:4, 54. Gashi 2:4, 69. Angelov 2:5, 88. Velic 2:6.

FC Menzo Reinach Neziri; Bucher, Hasanaj, Flakron Lokaj; Avni Hasanramaj; Burim Hasanramaj, Lokaj, Teke, Fankhauser (ab 80. Maycon Gomes Lima); Gashi, Kastriot Hasanramaj. Menzo ohne Dätwyler, Keranovic, Shala, Jusufi.

FC Windisch Hamdiu; Aydin, Jelecevic (ab 31. Ravindrarajah), Weber; Alacam, Adili (ab 89. Mishev), Stoilovski, Türkan; Angelov (ab 88. Özcan); Jafari (ab 88. Velic), Bektas (ab 88. Lleshaj).


Sinnbildlich: Ein Menzo-Angreifer hatte meistens zwei Gegenspieler gegen sich. Burim Hasanramaj gegen Türkan und Stoilovski.