Zäh errungener, aber verdienter Sieg Menzos

Meisterschaft 2. Liga, FC Menzo Reinach – FC Niederwil 4:3 (2:2)


Mit dem gleichen Resultat wie vor Wochenfrist in Niedergösgen endete die Partie an diesem schönen frühherbstlichen Samstagabend gegen die Freiämter, doch diesmal stand das Glück auf Seiten der Oberwynentaler, die sich damit ins Mittelfeld der Tabelle hievten.


Menzo war zweifellos zu favorisieren, doch dieser Rolle wurde die etwas ersatzgeschwächte Oryachkov-Elf erst in der zweiten Halbzeit gerecht. Durch zwei unverständliche Fehler in der Defensivreihe im ersten Half brachten sich die Platzherren selbst in Nöte und mussten danach alle Register ziehen um sich den gerechten Dreier zu sichern. Zwar war die Partie mit 7 Treffern durchaus unterhaltsam, doch das Niveau blieb mässig. Zum einen war es der schlecht in die Meisterschaft gestartete Gast aus dem Reusstal, der wenig für ein attraktives Spiel tat und zum anderen ein FC Menzo, der nach wie vor unter seinen Möglichkeiten spielte. Zu viele Pässe gingen entweder ins Leere oder es stand immer wieder ein Niederwiler Bein dazwischen. «Viel zu kompliziert!» – rief ein enthusiastischer Fan lauthals. Falsch lag er indes nicht ganz. Immerhin, dass die Vorderleute Menzos vier Mal ins gegnerische Netz trafen, zeugt von Fortschritten der Offensivreihe. Reinachs Präsident brachte es auf den Punkt: «Drei Mal mussten wir einen Ruckstand aufholen und wir haben doch noch gesiegt. Grosses Kompliment an unser Team!».


Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute im Gedenken an den kürzlich verstorbenen Ex-Präsidenten Sepp Amrein, der viel für den seinerzeitigen FC Menziken getan hatte. Die Partie kam aber nur schleppend in Gang. So überraschte denn auch die frühe Führung der Reusstaler. Es war ein fatales Missverständnis zwischen dem jungen Hediger (er stand für den verletzten Neziri im Kasten) und Verteidiger Bucher, dessen Rückgabe im Tor statt in den Füssen des Torhüters landete. Menzos Ausgleich sollte jedoch nicht lange auf sich warten. Schon in der 14. Minute buchte Kastriot Hasanramaj das 1:1. Dann, nach einer halben Stunde, der folgenschwere Fehler des noch unerfahrenen Ersatzhüters Hediger. Er nahm den Ball regelwidrig ein zweites Mal in die Hände, was der Ref mit Freistoss im Strafraum ahnden musste. Wüthrich nahm das Geschenk an und versenkte das Leder aus kurzer Distanz zum 1:2 (Bild). Jetzt folgten ein paar gute Szenen Menzos, in denen sich Niederwils Schlussmann Zimmermann auszeichnen konnte. Als Folge eines Eckballs gelang Menzo kurz vor der Pause wiederum der Gleichstand. Kastriot Hasanramaj war zum zweiten Mal erfolgreich.


Trotz der allgemeinen Feldüberlegenheit geriet Menzo auch nach der Pause mehrmals in Schwierigkeiten. Vorerst landete ein Freistoss der Reusstaler an der Latte und nach einer guten Stunde hiess es gar 2:3. Insaurralde verwertete einen Cornerball per Kopfstoss. Mehr Souveränität des Heimteams war gefordert. Mit der Einwechslung von Fankhauser kam etwas mehr Kreativität auf, womit der Druck erhöht werden konnte. Es sollte sich auszahlen. Luongo, der sich während des Spiels steigerte, sorgte einstweilen nach Corner für den Ausgleich zum 3:3 (76.’). Und wenige Minute später erzwang Menzo unwiderstehlich den verdienten Sieg. Kastriot Hasanramaj schloss einen starken Angriff mit seinem dritten Tor zum 4:3 ab (Hattrick).


Am kommenden Samstag reisen die Oberwynentaler nach Sarmenstorf. Werden sie dem Leader ein Bein stellen können? Antworten gibt’s ab 18.00 Uhr auf dem Bühlmoos. Menzo erwartet eine starke Publikumsunterstützung.


FC Menzo Reinach – FC Niederwil 4:3 (2:2). Fluckmatt, Menziken. Schiedsrichter Mario Micanovic. 200 Zuschauer. Tore: 6. Bucher 0:1 (Eigentor), 14. Kastriot Hasanramaj 1:1, 30. Wüthrich 1:2, 45. Kastriot Hasanramaj 2:2, 62. Insaurralde 2:3, 76. Luongo 3:3, 83. Kastriot Hasanramaj.

FC Menzo Reinach Hediger; Dario Bucher (ab 92. Gomes Lima), Avni Hasanramaj, Luongo; Burim Hasanramaj (ab 66. Fankhauser), Fatjan Lokaj, Jusufi (ab 56. Hasanaj), Teke, Andric (b 79. Atdhe Hasanramaj); Altin Gashi, Kastriot Hasanramaj. Menzo ohne Keranovic, Pignatelli, Shkumbin Shala, Bekaj, Jan Dätwyler und Neziri.

FC Niederwil Zimmermann; Schertenleib, Casey Specker, Peterhans, Livio Rey; Wüthrich, Meyer (ab 70. Di Chiara), Joel Rey, Mehmeti (ab 42. Jamie Specker); Feurer, Rätz (ab 26. Insaurralde).



Eines der «dummen» Tore, das Menzo gegen Niederwil einkassieren musste. 9 Reinacher können den platzierten Freistosstreffer von Wüthrich nicht verhindern.